
09.07.2026
Lesezeit : 4 min
Techy Women in History
Mary Kenneth Keller
Die erste Nonne mit Doktortitel in der Informatik
Die US-Amerikanerin Mary Kenneth Keller ist eine der ersten Menschen, die einen Doktortitel in Computer Science erlangten. Und: Sie ist Nonne – »Sister« Mary K. Keller gehört der Ordensgemeinschaft der »Sisters of Charity of the Blessed Virgin Mary« an.
Von Luise Wüstling
Sie glaubt an das Potenzial durch den Computer die Bildung zu fördern und den Zugang zu Informationen zu verbessern. Nach ihrer Promotion gründete sie am Clark-College in Iowa einen Lehrstuhl für Informatik, den sie über 20 Jahre lang innehat. Sie ermutigt dort besonders Frauen, Informatik zu studieren und organisierte Kurse für berufstätige Mütter, die ihre Kinder mit in den Unterricht bringen durften. Mary K. Keller erkennt vor vielen anderen, welche wichtige Rolle Computer in der Welt spielen werden. In Vorträgen und Publikationen fordert sie eine ethische Reflexion über Technik und plädiert für deren Nutzung im Sinne des Gemeinwohls. Und sie ist überzeugt, dass die Technologie nicht nur wenigen Experten vorbehalten sein sollte.
»Nicht nur Informatiker*innen, sondern allen Menschen sollte ihrer Ansicht nach der Zugang zu Computern ermöglicht
werden.«
Möglich sollte das auch durch die Programmiersprache werden, an deren Entwicklung sie maßgeblich beiträgt: BASIC. Vor dieser Sprache konnten nur Wissenschaftler*innen Software entwickeln – mit der leicht erlernbaren Programmiersprache BASIC änderte sich das, denn mit BASIC-Kenntnissen kann nun jede*r eigene Software schreiben. In den 70er und 80er Jahren ist BASIC auf fast jedem Heimcomputer vorinstalliert. Zwar gibt es mittlerweile andere Programmiersprachen, doch BASIC wird bis heute dafür genutzt, Menschen in die Programmierung einzuführen.