17.07.2026
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Techy Women in History

Pionierin der Spracherkennung Martine Kempf

Die französische Erfinderin und Unternehmerin Martine Kempf ist schon früh von dem Wunsch angetrieben, anderen zu helfen. Während sie in Bonn Astronomie studiert, arbeitet sie in ihrer Freizeit (!) an einem Spracherkennungssystem für Menschen mit körperlichen Einschränkungen.

Inspiriert ist sie sicher von ihrem Vater, der gehbehindert ist und selbst sein Auto so umgebaut hatte, dass er alle Funktionen mit den Händen ausführen konnte. Konkreter Anlass ist dann, dass sie deutsche Jugendliche kennenlernt, die durch Conterganschädigung verkürzte oder fehlende Arme haben und deshalb keinen herkömmlichen Rollstuhl bedienen können. Martine Kempf kommt auf die Idee, einen Rollstuhl zu entwickeln, der auf menschliche Sprache reagiert, um Menschen wie ihnen zu helfen. Mit nur 23 Jahren gelingt ihr diese Erfindung. »Katalvox« wird der Stimmaktivator genannt (vom griechischen Wortstamm »katal« = »verstehen« und dem lateinischen Wort »vox« = »Stimme«).

»Ich will alles lernen, was ich kann, und etwas für andere Menschen tun.«
Martine Kempf

1985 geht Martine Kempf in die USA, weil sie in Europa keine finanzielle Unterstützung für ihr Projekt erhält. In Kalifornien gründet sie ihre Firma »Kempf-Katalavox«. Katalvox wird wie geplant in Rollstühlen eingebaut, für die Steuerung von bestimmten Funktionen im Auto eingesetzt und für die Mikrochirurgie genutzt, um während Operationen Mikroskope zu steuern.

Heutzutage kommt es uns mit Technologien wie »Siri« selbstverständlich vor, aber Martine Kempfs Idee, die menschliche Stimme als Steuerungselement zu nutzen, ist damals revolutionär. Nur angemessen also, dass in ihrer Heimatstadt eine Straße nach ihr benannt wurde (da war sie gerade einmal 28 Jahre alt!)