
18.12.2025
Lesezeit : 10 min
INTERVIEW
Lisa StautmeisterDurch Zufall zum Traumjob
Manchmal führt der Abzweig genau dahin, wo man hingehört: Lisa hat Biotechnologie studiert und arbeitet heute als Produktmanagerin in der Softwareentwicklung. Im Interview beschreibt sie, dass Ausbildungswege nicht immer gerade verlaufen und genau das zu spannenden Möglichkeiten führen kann.
Interview mit Lisa Stautmeister
Von Luise Wüstling
Wer bist Du?
Ich bin Lisa Stautmeister und bin 31 Jahre alt. Ich wohne in Heidelberg, komme ursprünglich aus der Westpfalz und habe in Kaiserslautern an der TU Biowissenschaften studiert bis zum Master.
Was machst Du beruflich?
Jetzt bin ich seit bald 5 Jahren Produktmanagerin im Bereich digitale Gesundheit, einfach gesagt: Softwareentwicklung für den Gesundheitssektor. Und was genau machst Du denn deinem Job?
Und was genau machst Du den in deinem Job? Was ist deine Rolle?
Das ist eine sehr gute Frage! Als Produktmanagerin bin ich prinzipiell die Schnittstelle zwischen Markt und Unternehmen. Das heißt, auf der einen Seite stehen Kundenbedürfnisse bzw. der Wettbewerb und auf der anderen Seite stehen die Geschäftsführung, die Entwicklung des Produktes et cetera. Und mein Hauptziel ist es sicherzustellen, dass die Produkte erfolgreich produziert werden, das heißt mit einem Mehrwert für den Kunden, aber natürlich auch für meine Firma.
Meine Aufgabe beginnt mit der Analyse des Marktes, also Kundenfeedback und Informationen über Wettbewerber einzuholen und daraus strategisch eine Produktvision zu entwickeln, anhand derer sich dann Ziele ableiten lassen. Darüber hinaus begleite ich die Produkte durch den gesamten Lebenszyklus, also von der Markteinführung über alle Phasen, die es gibt, bis zum »End of Life«. Währenddessen gibt es diverse alltägliche Aufgaben, darunter viel Informationsmanagement: Das Zusammentragen von Daten und Abwägen von Entscheidungen. Aber auch sehr viel Kommunikation.
Das heißt ich habe viele Berührungspunkte mit allen Abteilungen, die an meinen Produkten mitwirken:
Design, die technische Entwicklung – in meinem Fall ist das beispielsweise das Programmieren einer App – aber auch Marketing, Vertrieb und die Geschäftsführung. Ich glaube, die beste Definition, die ich bisher dazu gehört habe, ist, dass Produktmanager die Unternehmer im Unternehmen sind.
Wie verlief dein Weg zum jetzigen Job, wie kamst du in
die Tech-Branche?
Mir war tatsächlich schon recht früh im Studium klar, dass ich mir eine Zukunft in Forschung und Labor in der Biowissenschaft nicht vorstellen konnte. Ich habe dann schon während des Studiums angefangen, auch Wahlmodule in ganz anderen Bereichen zu belegen. Ich hab z.B. BWL ausprobiert oder Toxikologie. Nach dem Bachelor habe ich mir vorgenommen: Ich mache erst weiter, wenn ich eine klarere Vorstellungen habe. Dann habe ich mir ein Praktikum gesucht, bei dem ich als Naturwissenschaftlerin im realen Marktumfeld arbeiten kann. Ich bin dann durch Zufall ins Produktmanagement und Marketing gekommen in einem Pharmaunternehmen.
Und diese Rolle hat mir direkt sehr gut gefallen, weil ich dort alle Fähigkeiten einsetzen konnte, die im Studium gar nicht so richtig zutage kommen konnten.
„Ich bin dann durch Zufall ins Produktmanagement und Marketing gekommen in einem Pharmaunternehmen. Und diese Rolle hat mir direkt sehr gut gefallen, weil ich dort alle Fähigkeiten einsetzen konnte, die im Studium gar nicht so richtig zutage kommen konnten.“
Ich bin dann durch Zufall ins Produktmanagement und Marketing gekommen in einem Pharmaunternehmen. Und diese Rolle hat mir direkt sehr gut gefallen, weil ich dort alle Fähigkeiten einsetzen konnte, die im Studium gar nicht so richtig zutage kommen konnten.
Dadurch wusste ich dann, dass ich nach dem Masterstudium auch eine passende Stelle in dem Bereich suchen möchte als Produktmanagerin. Und so, dass ich meinen wissenschaftlichen Hintergrund irgendwie fachlich nutzen kann. Da hat sich das Thema Gesundheit angeboten. Über die Gesundheit bin ich dann durch Zufall in der Tech-Branche gelandet – das war also mehr ein Nebeneffekt.
Was hat dich dazu inspiriert einen anderen Weg einzuschlagen als ursprünglich geplant?
Es wurde mit der Zeit immer deutlicher. Ich war schon immer sehr ehrgeizig. Und im Studium bin ich super vielen Menschen begegnet – Kommilitoninnen und Kommilitonen – die sehr, sehr gut waren in dem, was sie gemacht haben. Die haben wirklich gebrannt dafür, forschen zu können, sind super gerne im Labor gewesen. Ich hab gemerkt: Das sitzt bei mir irgendwie nicht so. Aber meine Ambition war immer, irgendwie mein volles Potenzial auszuschöpfen und vielleicht sogar die Beste zu sein.
So wirklich alles zeigen zu können, was ich so zu geben hatte – das hab ich im Produktmanagement gefunden. Ich glaube, dass es sehr großes Glück war, denn es gibt ja keinen Studiengang, der Produktmanagement heißt. Man muss irgendwie der Typ dafür sein, man muss da irgendwie reingeraten und dann muss es auch noch passen. Für mich hat sich bestätigt, dass es gut war, nicht den »vorgefertigten Weg« weiterzugehen.

Was gefällt dir jetzt am besten in deiner Tätigkeit?
Eigentlich alles! Es ist halt super vielfältig. Also ich habe ganz viele verschiedene Aufgaben und nehme auch verschiedene Rollen ein: Ich bin Strategin, aber ich bin auch die Macherin. Ich bin eine Teamkollegin, aber auch eine Leaderin. Und eigentlich bin ich ein sehr emotionaler Mensch, liebe dieses leidenschaftliche Storytelling, wie wir sagen, aber muss oft auch die rationale »Business-Woman« sein. Das heißt, ich kann alle meine Facetten im Alltag zeigen und das erfüllt mich einfach total.
Du hattest vorhin erwähnt, dass Du auch Fähigkeiten einsetzen kannst, die im Studium gar nicht so zum Tragen gekommen sind. Was sind das für Fähigkeiten und Stärken, die Du jetzt nutzen kannst?
Ich war natürlich super unsicher als ich angefangen habe. Ist ja irgendwie doch ein Quereinstieg… Ganz am Anfang hatte ich mal einen anderen Produktmanager gefragt, ob er mich denn in dieser Rolle sehen würde. Und ich habe mir das Zitat aufgeschrieben. Er hat nämlich gesagt: „Du bist neugierig und nicht eitel, stellst viele Fragen und kannst dadurch schnell lernen. Und wenn man sich das beibehält, dann mache ich mir da gar keine Sorgen.“ Ich glaube, diese Fähigkeiten haben mir sehr geholfen, in diesen Tech-Bereich einzusteigen, weil weder in der Schule noch im Studium habe ich wirklich tiefgreifende IT-Skills mitgenommen.
„Du bist neugierig und nicht eitel, stellst viele Fragen und kannst dadurch schnell lernen. Und wenn man sich das beibehält, dann mache ich mir da gar keine Sorgen.“
Damals war der IT-Unterricht in der Schule noch nicht so populär und in der Uni war kein Programmierkurs vorgesehen. Was mein Studium mir aber auf jeden Fall geschenkt hat, das sind starke Soft Skills, also die Sachlichkeit, Selbstständigkeit, Innovation… am Puls der Zeit zu sein, ist für mich immer noch super wichtig. Und da ich ja in dem Bereich digitale Gesundheit arbeite – also im medizinischen Bereich – ist das biologische Fachwissen auch inhaltlich super hilfreich, weil ich die Themen dadurch gut begreifen kann und auch die Kommunikation dann erleichtert ist. Ich rede viel mit Ärztinnen und Ärzten beispielsweise und da ist es natürlich dienlich, dass ich auch etwas in der Richtung studiert habe.
In der Technik-Branche sind Frauen ja noch immer unterrepräsentiert – woran denkst du liegt das?
Einerseits der alte Hut: dass immer noch die Klischees vorherrschen. Das heißt, in Schulfächern, in Studiengängen, in Ausbildungen findet man in der IT vor allem Männer. Und ich selbst als junges Mädchen hätte mich da vielleicht gar nicht so rein getraut oder gar nicht so Lust gehabt, ohne Gleichgesinnte sozusagen diesen Weg zu gehen.
Weil man immer noch in der Minderheit ist. Und dann auch im weiteren Werdegang ist es natürlich fraglich, ob Frauen dieselben Chancen bekommen wie Männer und ob man zusätzlich den Mut hat, die wahrzunehmen oder sie sogar einzufordern. Es ist ja bekannt, dass das oft Männern einfach leichter fällt als Frauen.

Wie ist das in deinem Arbeitsumfeld: Sind dir schon
Klischees begegnet im Bezug auf »Frauen in der TechBranche«?
Also ich sehe auf jeden Fall, dass Frauen unterrepräsentiert sind. Zum Beispiel auf Messen, also großen Veranstaltungen, wenn man da die Augen durch den Raum schweifen lässt, sind es doch immer recht ähnliche Verteilungen von Männern und Frauen, auch was das Alter angeht. Ich habe schon auch mitbekommen, dass man in Gesprächen manchmal weniger Beachtung findet als junge Frau. Dass man in einer kleinen Runde z.B. neben älteren Männern mit mehr Erfahrung dann gar nicht so richtig beachtet wird oder abschätzig beäugt wird.
Und dann natürlich Unterschiede in Gehalt oder auch Aufstiegschancen. Ich selbst habe da aber relativ viel Glück gehabt und kenne auch viele Frauen, die Verantwortungspositionen bekommen haben. Gerade in meinem Unternehmen sind es sogar mehr Frauen als Männer!
Seht gut! Das macht ja Mut, dass es auch anders gehen kann und sich etwas ändert. Hast du Ideen, was sich in der Technik-Branche verändern müsste, damit sie insgesamt noch inklusiver und vielfältiger wird?
Ich sehe das Potenzial einerseits an der Basis, wo junge Mädchen und Frauen sich für eine Ausbildung oder ein Studium entscheiden. Und da würd ich appellieren an die, die den Mut haben diese Studiengänge einzuschlagen oder diese Ausbildung zu starten, dass die ihren Mut und ihre Neugierde mit Freundinnen, Bekannten oder der jüngeren Schwester teilen. Förderprogramme wie das WiSE-Projekt gehen ja auch in dieselbe Richtung, das kann ich absolut unterstützen.
Als zweiten Punkt sehe ich, dass es sehr ermächtigend oder unterstützend sein kann, wenn man im Berufsleben andere starke Frauen sieht, die als Leitfiguren vorne stehen und anderen Frauen – jüngeren Frauen – ihre Erfahrung weitergeben, z.B. durch Mentoring. Oder ihnen auch Möglichkeiten eröffnen und sagen: Ich gebe dir jetzt den Job und du kannst dich beweisen. Das ist, denke ich, auch noch mal ein großer Hebel, mit dem man was erreichen kann.
In deiner Position bist du ja in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Bereichen – wie ist es mit diesen verschiedenen »Sprachen« zu arbeiten?
Die Leute in der Entwicklung an sich, das sind supereffiziente Menschen. Ich arbeite viel mit Storytelling und mit Überzeugungen, aber die wollen einfach die harten Fakten. Die wollen wissen: wie schnell muss das sein, wie performant, wie umfangreich ist der Code? Das ist immer eine Abwägung: Wie ausführlich schreibt man was? Haben wir dafür genug Zeit? Alles ist super strukturiert und da muss man sich erst mal einfinden. Aber dieses effiziente »wir machen jetzt einfach, wir diskutieren nicht«, da steckt keine Politik dahinter.
Das ist einfach klar und deutlich, das find ich sehr bewundernswert und will mir davon viel mitnehmen. Das ist wirkliche interdisziplinäre Kompetenz: Wie redet man miteinander? Wie denkt die andere Person gerade darüber, was ich gesagt habe? Was ist für sie wichtig? Welche Informationen braucht sie von mir und was kann sie mir zurückgeben?
„Das ist wirkliche interdisziplinäre Kompetenz: Wie redet man miteinander? Wie denkt die andere Person gerade darüber, was ich gesagt habe? Was ist für sie wichtig? Welche Informationen braucht sie von mir und was kann sie mir zurückgeben?“
Das ist wirkliche interdisziplinäre Kompetenz: Wie redet man miteinander? Wie denkt die andere Person gerade darüber, was ich gesagt habe? Was ist für sie wichtig? Welche Informationen braucht sie von mir und was kann sie mir zurückgeben? Das ist ein wahnsinnig unterschätztes Thema und ich bekomm das Tag für Tag mit. Es ist natürlich immer ein bisschen unangenehm, wenn man sagen muss, man versteht was nicht. Aber ich bin nicht so eitel und super froh, wenn ich was lernen kann.
Gibt es noch etwas, was du ergänzen möchtest?
Ich persönlich hatte viel Glück, dass ich zufällig die richtigen Stellen gefunden habe, zufällig die richtigen Chancen ergriffen habe. Aber eigentlich war das mehr aus der Not heraus. Wenn man während des Studiums merkt: die Aussichten, die ich jetzt kenne, die werden mich vielleicht nicht dauerhaft erfüllen – da kriegt man erst mal Angst. Man hatte ja noch nie einen richtigen Job und ist dann verunsichert.
Und ich weiß auch, dass viele diesen Absprung nicht gewagt haben und dann im Nachgang merken: Ich hab das alles gemacht, weil das der logische nächste Schritt war, aber es ist mir einfach zu viel oder die Arbeitsbedingungen gefallen mir nicht. Deshalb freue ich mich einfach, über diese Themen zu reden, denn aus dem Gedanken rauszukommen, man könnte nicht glücklich werden mit dem Berufsweg, den man eingeschlagen hat, das ist so erleichternd!
Und ich kann das bestätigen: Es gibt eine Welt da draußen, wo man auch noch Chancen hat. Und je früher man davon erfährt, desto besser. Das nimmt eine große Last von den eigenen Schultern.

Welchen Ratschlag würdest du Frauen geben, die in den
Bereich der Softwareentwicklung einsteigen möchten?
Ich habe tatsächlich 3 Ratschläge:
1. Früh vernetzen.
Ich wurde auch mal über ein Social Network von einer Studentin angeschrieben, die sich interessiert hat und nach Tipps und Hilfe gefragt hat. Das fand ich schon sehr smart, weil man sich damit ohne viel Aufwand einen Wissensvorschuss erarbeiten kann. Und wenn man aufrichtiges Interesse hat, sind ja viele auch bereit, ihre Informationen oder ihre Erfahrungen zu teilen.
2. Praktika machen.
Dadurch hat sich für mich persönlich herauskristallisiert, was ich machen möchte. Es hat mir auch sehr gut getan, mal außerhalb der Uni was zu machen. Ich war auch im Ausland – wenn das innerhalb der finanziellen Möglichkeiten liegt, ist das sicherlich auch eine Option. Aber ansonsten in der Industrie ein Praktikum finden oder vielleicht an einer anderen Uni, wo es auch mal anders aussieht – das
holt einen ein bisschen aus dieser Bubble raus, in der man ja Tag für Tag drin ist.
3. Speziell für die Tech-Branche: Sich früh schon Basics der
Softwareentwicklung aneignen.
Als Produktmanagerin muss ich selbst nicht programmieren, ich entwickle unsere App nicht, ich schreibe keinen Code. Als ich angefangen habe, war es für mich schon sehr schwer, diese „Sprache“ einfach nicht zu können, die andere in meinem Bereich sprechen. Das ist eine ganz andere Denkart. Und ich hätte mir sehr viele Unsicherheiten ersparen können, wenn ich mich schon frühzeitig mit der ganzen Thematik vertraut gemacht hätte in Schule oder im Studium. Man sieht dann diesen schwarzen Screen – die arbeiten ja alle im Darkmode – und du siehst diese Code und denkst dir: Das ist für mich eine absolute Fremdsprache.
Das fühlt sich schon irgendwie komisch an, weil man ja immer selbstbewusst auftreten und Interesse zeigen muss. Programmieren ist eben nicht mal einfach so in der Mittagspause erklärt. Aber ich habe sehr gute Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, die mich immer wieder mitnehmen, bei denen ich über die Schulter schauen kann und die mir dann auch mal was erklären. Und dadurch hab ich mir dann »on the fly« einfach ganz viel Puzzlestücke zusammengefügt. Aber tatsächlich steht auf meiner Liste für Trainings, die ich immer wieder wahrnehme, auch weiterhin in der Richtung meine Kenntnisse weiter aufzubauen.

In deiner Position bist du ja in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Bereichen – wie ist es mit diesen verschiedenen »Sprachen« zu arbeiten?
Die Leute in der Entwicklung an sich, das sind supereffiziente Menschen. Ich arbeite viel mit Storytelling und mit Überzeugungen, aber die wollen einfach die harten Fakten. Die wollen wissen: wie schnell muss das sein, wie performant, wie umfangreich ist der Code? Das ist immer eine Abwägung: Wie ausführlich schreibt man was? Haben wir dafür genug Zeit? Alles ist super strukturiert und da muss man sich erst mal einfinden. Aber dieses effiziente »wir machen jetzt einfach, wir diskutieren nicht«, da steckt keine Politik dahinter.
Das ist einfach klar und deutlich, das find ich sehr bewundernswert und will mir davon viel mitnehmen. Das ist wirkliche interdisziplinäre Kompetenz: Wie redet man miteinander? Wie denkt die andere Person gerade darüber, was ich gesagt habe? Was ist für sie wichtig? Welche Informationen braucht sie von mir und was kann sie mir zurückgeben?
Das ist ein wahnsinnig unterschätztes Thema und ich bekomm das Tag für Tag mit. Es ist natürlich immer ein bisschen unangenehm, wenn man sagen muss, man versteht was nicht. Aber ich bin nicht so eitel und super froh, wenn ich was lernen kann.
Gibt es noch etwas, was du ergänzen möchtest?
Ich persönlich hatte viel Glück, dass ich zufällig die richtigen Stellen gefunden habe, zufällig die richtigen Chancen ergriffen habe. Aber eigentlich war das mehr aus der Not heraus. Wenn man während des Studiums merkt: die Aussichten, die ich jetzt kenne, die werden mich vielleicht nicht dauerhaft erfüllen – da kriegt man erst mal Angst. Man hatte ja noch nie einen richtigen Job und ist dann verunsichert.
Und ich weiß auch, dass viele diesen Absprung nicht gewagt haben und dann im Nachgang merken: Ich hab das alles gemacht, weil das der logische nächste Schritt war, aber es ist mir einfach zu viel oder die Arbeitsbedingungen gefallen mir nicht. Deshalb freue ich mich einfach, über diese Themen zu reden, denn aus dem Gedanken rauszukommen, man könnte nicht glücklich werden mit dem Berufsweg, den man eingeschlagen hat, das ist so erleichternd!
Und ich kann das bestätigen: Es gibt eine Welt da draußen, wo man auch noch Chancen hat. Und je früher man davon erfährt, desto besser. Das nimmt eine große Last von den eigenen Schultern.