
17.07.2026
Lesezeit : 3 min
Techy Women in History
Hollywood-Ikone und Pioneerin der Funktechnik
Hedy Lamar
Berühmt wird Wienerin Hedy Lamar als großer Leinwandstar. Sie führt ein Leben wie aus einem Abenteuerroman! Doch wirklich Geschichte schreibt sie mit ihrem Beitrag zum technischen Fortschritt.
Von Luise Wüstling
Mit ihrer Rolle im österreichisch-tschechischen Film „Ekstase“ bricht sie gleich zwei Tabus der Filmindustrie: Sie lässt als eine der ersten Frauen alle Hüllen fallen und spielt selbstbewusst den ersten, jemals inszenierten weiblichen Orgasmus. Der Film ist wegen seiner Freizügigkeit viele Jahre in den Vereinigten Staaten verboten und gilt in Nazi-Deutschland als „jugendgefährdend“. Hedys erster Ehemann – der reiche Wiener Waffenproduzent und Faschist Fritz Mandl – ist rasend vor Eifersucht. Er versucht vergeblich, alle Kopien von „Ekstase“ aufzukaufen, will Hedy die
Schauspielerei verbieten und lässt sie in ihrem gemeinsamen Haus
einsperren
Hedy Lamar flieht bei Nacht und Nebel nach London wo sie vom bekannten Hollywood-Produzenten Louis B. Mayer entdeckt wird und mit ihm in die USA übersetzt. Dort wird sie als »schönste Frau der Welt« zu einer der größten Ikonen Hollywoods. Obgleich auf ihr Äußeres reduziert, ist Hedy Lamarr eine hochintelligente und visionäre Erfinderin. Mit dem befreundeten Komponist George Antheil entwickelt sie ein Frequenzsprungverfahren – ursprünglich um für ein Stück des Komponisten 16 Klaviere synchronisieren zu können.
Die Erfindung ist eine Art der Funkfernsteuerung, die
automatisch so oft die Frequenz wechselt, dass sie vom Feind nicht angepeilt werden und manipuliert werden kann.
Doch als glühende Gegnerin der Nazis, sieht sie darin auch einen Weg, die Alliierten im Kampf auf See zu unterstützen. Die Erfindung ist eine Art der Funkfernsteuerung, die automatisch so oft die Frequenz wechselt, dass sie vom Feind nicht angepeilt werden und manipuliert werden kann. Sie lässt das Verfahren patentieren und stellt es der Navy zu Verfügung. Die Erfindung wird jedoch nicht ernst genommen: Hedy solle lieber »weiter Küsse verkaufen.« Das Patent läuft ab und gerät in Vergessenheit. In den Sechzigern taucht dann aber Technologie auf den Schiffen der Navy auf, die auf Hedy Lamas Verfahren basiert. Und bis heute gilt es als Grundstein für die Entwicklung sämtlicher moderner Kommunikationssysteme wie Bluetooth, Wlan, GPS und Mobilfunk. Hedy Lamarr wird posthum in die „Hall of Fame“ der amerikanischen Erfinder*innen aufgenommen.
Geld für ihre Erfindung hat sie nie bekommen. Dabei ist der geschätzte Marktwert ihres Patents heute 30 Milliarden Dollar.