
11.09.2026
Lesezeit: 10 min
Hintergrundwissen
Wechseln in die Softwarebranche?
Du bist auf der Suche nach neuen beruflichen Möglichkeiten? An die Softwarebranche hast du vielleicht noch nicht gedacht. Doch auch, wenn du aus einem anderen Fachbereich kommst, kann dein Wissen hier viel bewegen. Denn Softwareentwicklung ist mehr als Code!
Weil digitale Lösungen immer komplexer werden, wird es umso wichtiger, nicht nur die technische Umsetzung in den Blick zu nehmen! Schließlich soll das Produkt für alle Nutzenden funktionieren und sinnvoll für Gesellschaft und Umwelt sein.
Deshalb musst du nicht unbedingt eine technische Ausbildung haben, um bei der Entwicklung digitaler Lösungen mitzuarbeiten. Im Gegenteil! Du kommst aus einem geistes-, sozial- oder kulturwissenschaftlichen Studium? Gerade dann wird dein Fachwissen gebraucht! Denn vielfältige Teams mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen erarbeiten nachweislich die besseren Lösungen.
Und das ist dringend nötig: Ganze 69% der IT-Projekte scheitern.
* Je nachdem, welche Studie man zu Rate zieht, wird der Anteil der gescheiterten IT-Projekte mal höher, mal niedriger angesetzt. Denn natürlich ist es auch Definitionssache, wann ein Projekt als gescheitert gilt: Es hat länger gedauert als gedacht? Verursachte es höhere Kosten als geplant? Hat das Produkt am Ende den Nutzen verfehlt?
Die Technik ist hier nicht das Problem! Oft ist es das fehlende Verständnis für die tieferliegende Aufgabe: Was genau soll das Produkt leisten, was benötigen die Nutzer*innen? Diverse Teams machen genau an diesem Punkt den Unterschied: Durch verschiedene Perspektiven und fachliche Hintergründe arbeiten sie innovativer, kreativer und nutzer*innenzentrierter!
Und: Es fehlen Fachkräfte!
85 % der deutschen Unternehmen bewerten das aktuelle Angebot an IT-Fachkräften als unzureichend. Mehr als 7 Monate dauert es im Schnitt, eine IT-Stelle zu besetzen. Der Quereinstieg ist deshalb für die Unternehmen ein guter Ansatzpunkt für die Gewinnung neuer Fachkräfte. Besonders, um mehr Frauen zu erreichen, die im Bereich der Softwareentwicklung aktuell unterrepräsentiert sind: Nur 18% beträgt der Frauenanteil bei IT-Fachkräften.
Aktuell gehen bereits 27 % der neu besetzten Stellen in der Softwarebranche an Personen ohne IT-Hintergrund.
Das sind genauso viele wie an Absolvent*innen eines IT- oder IT-nahen Hochschulstudiums!
Und in etwa jedem fünften Betrieb (22%) gibt es schon gezielte Programme, um Menschen aus anderen Fachbereichen anzuwerben. Wichtig sind dabei gute Rahmenbedingungen wie Weiterbildungsprogramme und eine inklusive Unternehmenskultur.
Der Weg in die Softwarebranche muss längst nicht mehr klassisch sein!
Quellen: Bitkom Factsheet 2026, Standish Group CHAOS Report 1994–2015