
11.09.2026
Lesezeit: 5 min
Hintergrundwissen
Mehr Vielfalt in der Tech-Brache!
Der Frauenanteil unter IT-Fachkräften beträgt aktuell nur 18 %! Darum ist ist das ein Problem:
Digitale Technologien haben heutzutage einen riesigen Einfluss auf unser Leben und werden immer komplexer. Und nur diverse Teams können dafür sorgen, dass die Bedürfnisse von allen Nutzenden gesehen werden. Der digitale Wandel sollte von Frauen und Männern gleichermaßen gestaltet werden.
Ein Beispiel ist die Entwicklung von künstlicher Intelligenz.
KI Modelle sind nicht neutral und anfällig für Verzerrungen, z.B. durch Stereotype und Diskriminierungen in den verwendeten Datensätzen. Sie übernehmen Vorurteile, die in unserer Gesellschaft bereits existieren. So können KI-Systeme entstehen, die Frauen benachteiligen oder Geschlechterstereotype bedienen und verstärken. Besonders unfair ist das, wenn es z.B. um KI für die Einstellungsvorauswahl oder Kreditvergabe geht und Frauen (oder andere Gruppen) dabei systematisch benachteiligt werden.
Digitale Technologien wie KI haben einen großen Einfluss auf unser Leben. Deshalb ist es umso wichtiger, dass bei der Entwicklung verantwortungsvoll vorgegangen wird! Dazu gehört auch ein diverses Team, denn das bringt verschiedene Erfahrungen und Blickwinkel zusammen und ermöglicht Lösungen, die für alle funktionieren.
Vielfältige Teams erarbeiten die besseren Lösungen! Das ist auch wissenschaftlich bewiesen.
Wenn Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Sichtweisen zusammenarbeiten, entstehen Lösungen, die innovativer, kreativer und näher an den Bedürfnissen der Nutzenden sind. Vielfalt in Geschlecht, Alter, Herkunft, Fachwissen und Denkstilen ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Und wie sehen das die Software-Unternehmen?
Den meisten Unternehmen ist der Vorteil von diversen Teams bewusst: 78% der IT-Unternehmen sehen diverse Teams als Gewinn für die Unternehmenskultur. Und 73% der befragten IT-Unternehmen sind überzeugt: Durch mehr Diversität im Team kommen neue Ideen und Perspektiven in das Unternehmen.
Bei der Umsetzung besteht allerdings noch Nachholbedarf: Nur 4 von 10 IT-Unternehmen (39%) haben laut einer Bitkom Studie bereits feste Ziele zur Erhöhung der Diversität in ihrer Belegschaft verankert. Mögliche Ansatzpunkte gäbe es viele: Diversity in der Personalstrategie integrieren beispielsweise, Arbeitszeitmodelle anpassen oder Mentoring-Programme einführen.
Auch bei der Gleichstellung haben die Unternehmen gute Vorsätze: 90% sehen Erhöhung Frauenanteil als Chance.
Die Bitkom-Studie 2026 zeigt: Deutsche Unternehmen bewerten Gleichstellung überwiegend positiv. Viele sehen die Vorteile gemischter Teams und darin auch einen Faktor für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen setzen auf Maßnahmen wie mobiles Arbeiten oder Mentoring um mehr Frauen zu gewinnen und Frauenkarrieren zu fördern.
Allerdings sagen auch 38% der befragten Unternehmen, Frauenförderung sei häufig nur vorgeschoben, in der Praxis wollten viele Unternehmen nichts verändern. Und 34% sind der Meinung, Frauenförderung sei ungerecht gegenüber Männern (!!) Nicht alle Unternehmen ziehen beim Thema Frauenförderung also gleichermaßen mit.
Die gute Nachricht als Fazit: Der Mehrwert diverser Teams ist vielen Unternehmen längst bewusst. Und es gilt nun, diese Erkenntnis in konkrete Schritte zu übersetzen!
Quellen: Bitkom Research 2024; Bitkom Research 2026; Forbes, »The Power Of Diversity In Innovation Teams«, by David Hengartner; Bundesagentur für Arbeit 2024